Eine Schutzverordnung für das untere Tösstal

So etwas gibt es nur einmal

Die Auenlandschaft entlang der Töss bietet Lebensraum für gefährdete Arten wie den Eisvogel

Die Landschaft im unteren Tösstal ist geprägt durch ein vielfältiges Mosaik von Reben, Wiesen, Weiden und Ackerflächen, eng verzahnt mit den grossen Waldgebieten am Irchel und Dättenberg sowie den auenartigen Flussabschnitten entlang der Töss. Die Region ist ein wichtiges Erholungsgebiet für die lokale Bevölkerung, hat grosse Bedeutung für die Land- und  Forstwirtschaft und beherbergt gleichzeitig eine für den Kanton einzigartige Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten.

Trockenwiesen mit Übergängen zu lichten Wäldern gehören zu den artenreichsten Lebensräumen im Kanton

Etwas Einmaliges erhalten - für uns und kommende Generationen

Das untere Tösstal zählt zu den schönsten Landschaften im Kanton Zürich. Seine Natur ist besonders wertvoll und vielfältig. Darum sieht der vom Kantonsrat festgesetzte kantonale Richtplan vor, die Landschaft und Natur im unteren Tösstal zu schützen und für kommende Generationen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Der kantonale Richtplan bezeichnet zwei Landschaftsschutzgebiete: «Unteres Tösstal» (im Richtplan Nr. 25) und «Rheinknie bei Tössegg» (Nr. 22). Der Richtplaneintrag verpflichtet die kantonalen Behörden, für die beiden Gebiete eine so genannte Natur- und Landschaftsschutzverordnung auszuarbeiten. Mit der Schutzverordnung werden die einzigartigen Natur- und Landschaftswerte im unteren Tösstal langfristig und verbindlich gesichert, so dass die hohe Standortattraktivität und Lebensqualität in der Region erhalten bleibt und weiterentwickelt werden kann.

Gemeinsam mit den Menschen der Region

Der Richtplan verlangt, dass die Erarbeitung der Schutzverordnung unter partnerschaftlichem Einbezug der Gemeinden, Grundeigentümer, Bewirtschafter, Interessengruppen und der lokalen Bevölkerung erfolgen soll.

Die verschiedenen Nutzungs- und Schutzinteressen wurden denn auch bereits vor der Erarbeitung der Schutzverordnung gemeinsam mit den Gemeinden und Planungsregionen ganzheitlich erhoben und in einem Masterplan dokumentiert.

Inzwischen wurde eine Begleitgruppe gebildet, bestehend aus Vertretungen der Gemeinden, regionalen Planungsgruppen, der lokalen Land- und Forstwirtschaft sowie Naturschutzorganisationen. Sie wird regelmässig über die Projektfortschritte orientiert und hat die Möglichkeit, laufend ihre Anliegen einzubringen. Geplant sind auch verschiedene Informationsveranstaltungen für Landwirte, Waldeigentümer und die interessierte lokale Bevölkerung. 

Folgende Gemeinden und Organisationen sind in der Begleitgruppe vertreten

Gemeinden
Embrach
Eglisau 
Dättlikon 
Freienstein-Teufen
Rorbas 
Berg am Irchel
Planungsgruppen
PZU
RWU
Lokale Land- und Forstwirtschaft
Forstwirtschaft
Landwirtschaft (zwei Vertretungen)
Naturschutzorganisationen* 
WWF / BirdLife / Pro Natura / Aqua Viva
 

* jeweils eine Vertretung an der Sitzung 

Erarbeitung in drei Schritten

Federführend bei der Erarbeitung der Schutzverordnung ist das kantonalen Amt für Landschaft und Natur unter Mitarbeit des kantonalen Amts für Raumentwicklung. Der Start erfolgte im Frühjahr 2019, die Erarbeitung dauert insgesamt rund drei Jahre. Zuerst tragen die Fachleute nun die fachlichen Grundlagen zusammen und gewichten sie. Danach führen sie Gespräche mit den Landeigentümer/innen und Bewirtschafter/innen von schutzwürdigen Flächen. Und schliesslich können sich Behörden und Private in den formellen Auflageverfahren zu den Inhalten des Schutzverordnungsentwurfs äussern.