bestehende Anlage in Embrach

Die Jagdschiessanlage Au

Heute trainieren die Zürcher Jägerinnen und Jäger grösstenteils in der Jagdschiessanlage Au in Embrach. Die seit bald 50 Jahren bestehende, in einer mittlerweile bundesrechtlich geschützten Auenlandschaft gelegene Anlage muss wegen zu hoher Schadstoffbelastung im Boden saniert werden. Um die Aue definitiv vom Schiessbetrieb zu befreien, begann die Baudirektion bereits 2011 mit der Planung der neuen Jagdschiessanlage Widstud in Bülach.


Vorgesehen war, diese Anlage bis spätestens Ende 2019 in Betrieb zu nehmen und die Anlage in Embrach stillzulegen. Allerdings verzögert sich die Inbetriebnahme der neuen Anlage in Bülach aufgrund eines jahrelangen Rechtsverfahrens. Aufgrund der Verzögerungen hat die Baudirektion diverse Optionen für eine unterbruchsfreie Sicherstellung des jagdlichen Schiessens im Kanton Zürich geprüft. Dabei erwies sich eine Auslagerung auf Jagdschiessanlagen in den benachbarten Kantonen aufgrund der begrenzten Kapazitäten als nicht praktikabel. Als einzig mögliche Option bleibt ein vorläufiger Weiterbetrieb der Anlage in Embrach.


Die Gemeinde Embrach hat einer solchen Verlängerung des Betriebs bis zur Eröffnung der neuen Anlage in Bülach, maximal jedoch bis Ende 2024, zugestimmt. Allerdings wird der Betrieb ab 2020 stark eingeschränkt. Das Schiessen auf Wurftauben wird vollständig eingestellt. Es bleiben somit lediglich die Kugelschiessanlage sowie die Blechhasenanlage für Schrottschüsse in Betrieb. Bei diesen Anlagen werden neue Kugelfangeinrichtungen installiert. Somit gelangen weder Wurftaubenfragmente noch Projektile und Stahlschrott mehr in die Umwelt. Die Anzahl der insgesamt abgegebenen Schüsse reduziert sich um 60 bis 70 Prozent. 

Sanierung in Etappen – der Natur zuliebe

Trotz vorläufigem Weiterbetrieb der Anlage wird die Altlastensanierung des Areals in der Tössaue in Embrach wie geplant beginnen. Um die vielfältige Flora und Fauna auf dem Areal der heutigen Jagdschiessanlage möglichst vollständig zu erhalten, wird die Sanierung in zwei Etappen durchgeführt. So können sich die dort ansässigen, seltenen Tiere und Pflanzen zwischen den beiden Etappen auf dem bereits sanierten Teil des Areals wieder etablieren, bevor die zweite Etappe beginnt. Die erste Etappe wird gemäss momentaner Planung im Herbst 2020 beginnen und bis im Herbst 2021 dauern, die zweite folgt dann voraussichtlich ab Winter 2024/2025, wenn die Anlage bereits stillgelegt sein wird. Danach werden die national geschützten Tössauen von den Altlasten des Schiessbetriebs befreit und wieder in einen natürlichen Zustand gebracht sein. Die Auen gehört dann wieder ganz den Erholungssuchenden und der Natur.