Landwirtschaftliche Bodenaufwertungen (Terrainveränderungen) ausserhalb Bauzonen

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Landwirtschaftliche Bodenaufwertungen sind Veränderungen des Aufbaus von Böden durch Auf- oder Abtrag von Material. Es sind Spezialfälle von Bodenrekultivierungen. Der Begriff «landwirtschaftliche Bodenaufwertung» steht hier gleichbedeutend für weitere verwandte Begriffe wie «Terrainveränderung», «Geländeveränderung», «Geländeänderung» und «Geländeauffüllung».
Sie beginnen mit der Planung und enden, wenn die neu geschaffenen Böden nach Folgebewirtschaftung den Zielzustand erreicht haben und stabil sind. Der Rahmen für zulässige landwirtschaftliche Bodenaufwertungen ist durch gesetzliche Bestimmungen der Raumplanung und des Bodenschutzes gegeben:

  • landwirtschaftliche Bodenaufwertungen müssen dem Zweck der Nutzungszone entsprechen (Raumplanungsgesetz) und
  • die standorttypische Bodenfruchtbarkeit muss erhalten bleiben (Verordnung über Belastungen des Bodens)

Die Ansprüche an die Nutzung des Bodens werden je nach Zone bestimmt durch: Landwirtschaft, Naturschutz, Gewässerschutz, Landschaftsschutz, Erholung/Freizeit, Bauland/Siedlungsfläche. Landwirtschaftliche Bodenaufwertungen, z.B. in der Landwirtschaftszone, sind zonenkonform, wenn nachhaltig eine Verbesserung der landwirtschaftlichen Nutzungseignung resultiert. Relevant ist ferner, ob die Nutzung nachhaltig und standortgerecht ist.

Da die natürliche Beschaffenheit des Bodens zu erhalten ist, kommen landwirtschaftliche Bodenaufwertungen in der Regel nicht an Standorten mit natürlichen, in ihrem Aufbau ungestörten Böden in Frage. Auch wenn die Böden

  • natürlicherweise nass, steinreich oder flachgründig sind;
  • oder sich in natürlichen Senken-, Mulden- oder Hanglagen befinden.

Primär geeignet für landwirtschaftliche Bodenaufwertungen sind Standorte mit Böden, deren Aufbau bzw. Schichtung durch menschliche Eingriffe entstanden ist (ca. 15 % der Landwirtschaftsfläche), wie

  • bestehende, aber unbefriedigende Rekultivierungen und landwirtschaftliche Bodenaufwertungen, z.B. bei ehemaligen Materialentnahmestellen, Ablagerungsstandorten, Gewässerkorrektionen oder grossen Infrastrukturbauten wie Autobahnen,
  • degradierte (entwässert, gesackt) organische Böden,
  • und durch Hochwasser, Murgänge oder Hangrutsche geschädigte Böden.

Im baurechtlichen Bewilligungsverfahren sind somit vor allem zwei Sachverhalte zu prüfen:

  1. Die Standorteignung
  2. Die Verbesserung der Nutzungseignung.

Massgeblich für die Planung und Ausführung von landwirtschaftlichen Bodenaufwertungen sowie für die Folgebewirtschaftung sind die Richtlinien für Bodenrekultivierungen des Kantons Zürich, Mai 2003. Für beabsichtigte landwirtschaftliche Bodenaufwertungen bietet die FaBo unentgeltliche Beratungen an, um bereits vor der Einreichung eines Baugesuchs bei der örtlichen Behörde die grundsätzliche Bewilligungsfähigkeit abzuklären.

Vorgehen im Baubewilligungsverfahren

Labdwirtschaftliche Bodenaufwertungen ausserhalb von Bauzonen von weniger als 500 m2 und weniger als 1 m Schütthöhe können unter Einhaltung der geltenden Rahmenbedingungen (s. Planungshilfe Bodenaufwertungen) in Eigenverantwortung ausgeführt werden. Ab einer Gesamtfläche von 500 m2 muss dem Kanton in jedem Fall ein Baugesuch zur Prüfung des Vorhabens eingereicht werden.

Planung: Fachauskünfte einholen. Bewilligungsvoraussetzungen überprüfen. Planerische Eckpunkte setzen (Nutzungsziel, Bodenaufbau, Flächengrösse, Menge und Qualität des benötigten Bodenmaterials, bodenschonende Arbeitstechnik, Zeitfenster für die Ausführung etc.) Vergleich von Aufwand und Nutzen von Planung bis Folgebewirtschaftung.

Baugesuch: Gesuch bei der Gemeinde einreichen; von dort gelangt es zum Kanton (Leitstelle). Beilagen zum Baugesuchsformular:

Bewilligung: In der baurechtlichen Bewilligung wird in der Regel die Einhaltung der Vorgaben der Richtlinien für Bodenrekultivierungen des Kantons Zürich angeordnet.

Ausführung: Wie bewilligt; geringfügige Änderungen von der Fachstelle Bodenschutz genehmigen lassen; für wesentliche Änderungen neue Bewilligung einholen. Bei Bodenarbeiten Ausführungsgrundsätze aus den Richtlinien für Bodenrekultivierungen einhalten.

Folgebewirtschaftung: Ist Bestandteil der Bewilligung. In den ersten drei Jahren nach Bodenauftrag in der Regel ausschliesslich Nutzung als Mähwiese. Ackerbau, Beweidung und Eingrasen sind nicht gestattet.

Meldungen und Dokumentationen: Meldung von Beginn und Abschluss der Bodenarbeiten sowie Dokumentation der Bauausführung an Fachstelle Bodenschutz.

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