Bauen auf chemisch belasteten Böden - Bodenverschiebungen

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Warum sind Bodenverschiebungen zu lenken?

Wichtigstes Ziel im vorsorglichen Bodenschutz ist die Erhaltung gesunder Böden, vor allem der bisher kaum belasteten. Die Verschiebung und das anschliessende Aufbringen von verunreinigtem Bodenmaterial ist die vielleicht bedeutendste Ursache für neue hohe Bodenbelastungen an bisher unbelasteten Standorten. Wirkungsvolle Schutzmassnahmen sind Materialtriage am Entnahmeort und umweltverträgliche Verwertung. Um das genannte Ziel zu erreichen, gelten folgende Leitsätze:

1. Priorität: keine Verschleppung stark schadstoffbelasteter Böden (für Menschen, Tiere oder Pflanzen gefährliches Bodenmaterial)
2. Priorität: keine Verschleppung schwach schadstoffbelasteter Böden (beschränkt fruchtbares Bodenmaterial)

Bei Bauvorhaben soll Bodenmaterial möglichst vor Ort wiederverwendet werden. Müssen belastete Böden verschoben werden, ist eine umweltverträgliche Verwertung beziehungsweise Entsorgung des Bodenmaterials gemäss Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo) und der Wegleitung Bodenaushub (BUWAL, 2001) sicherzustellen. Eine 3-seitige Zusammenfassung davon bietet das folgende Merkblatt:

Wo ist mit Belastungen zu rechnen?

  • Geogen belastete Böden
  • Umgebung älterer Verbrennungs-, Feuerungs-, Gewerbe- und Industrieanlagen, die früher grössere Mengen von Schadstoffen emittierten
  • Nahbereich von Eisenbahnlinien, von stark befahrenen Strassen und von Flugpisten
  • Böden von Familiengärten, Rebbergen usw., auf denen mit stark schadstoffhaltigen Hilfsstoffen umgegangen worden ist (Kehrichtkompost, Klärschlamm, Asche, Holzschutzmittel, Pflanzenschutzmittel usw.)
  • Umgebung korrosionsgeschützter Metallbauten (Masten, Brücken, freistehende Metalltanks usw.)
  • Städtische Altbaugebiete
  • Belastete Standorte nach Altlasten-Verordnung des Bundes (z.B. Deponien, Betriebsareale, Unfallstandorte, Schiessanlagen).

Zuständigkeiten beim Kanton

Auf Flächen mit Hinweisen auf Bodenbelastungen nimmt die FaBo folgende Aufgaben wahr:

  • Beratung von kommunalen Baubehörden, Bauherrschaften und Fachpersonen
  • Bereitstellen von Vollzugshilfsmitteln zur Umsetzung der Bundesvorgaben
  • Beurteilung von UVP-pflichtigen Bauvorhaben bezüglich Handhabung von belastetem Bodenmaterial
  • Registrierung und Nachführung von Standorten mit Hinweisen auf Bodenbelastungen (Prüfperimeter für Bodenverschiebungen)


Auf Betriebs-, Ablagerungs- und Unfallstandorten wird die Verschiebung von Boden und Untergrund im Rahmen der Altlastenbewirtschaftung gelenkt. Federführend ist das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL); die FaBo stellt Teilanträge zur Verwertung von belastetem Bodenmaterial und gegebenenfalls zur Nutzung belasteter Böden.

 

Im gemeinsamen Internet-Wegweiser der FaBo mit der Sektion Altlasten des AWEL werden Fragen der Zuständigkeit etc. genauer erläutert.

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