Landschaftsqualität

Finanzierung, Beiträge & Kontrollen

Landschaftsqualität: Rapsfeld bei Trüllikon (Bild R. Gämperle)

Die Landschaftsqualitätsbeiträge (LQB) werden vom Bund und vom Kanton Zürich co-finanziert.

Finanzierung durch Bund und Kanton

Der Bund übernimmt 90 % der Beiträge, der Kanton finanziert die restlichen 10 %. Der Bund stellt dem Kanton für Landschaftsqualitätsprojekte jährlich pro ha LN höchstens 120 Franken und pro NST des Normalbesatzes im Sömmerungsgebiet höchstens 80 Franken zur Verfügung (Art. 115 Abs. 10 Direktzahlungsverordnung). Somit stehen dem Kanton Zürich ca. 8.7 Mio. Franken vom Bund zu. Mit den zusätzlichen 10 %, welche vom Kanton Zürich finanziert werden, beläuft sich die Gesamtsumme der zur Verfügung stehenden Gelder auf ca. 9.7. Mio. Franken.

Betriebsbezogener Plafond

Die Plafonierung der Bundesbeiträge auf Kantonsebene limitiert die LQ-Beiträge. Um das zur Verfügung stehende Budget nicht zu überschreiten und eine flächendeckende Einführung der LQ-Projekte im gesamten Kanton zu ermöglichen, wurde 2015 ein variabler Plafond mit Besitzstandswahrung eingeführt. In den Jahren 2015 und 2016 betrug der Plafond CHF 180.0 / ha LN. Da die zur Verfügung stehenden Mittel noch nicht vollständig ausgeschöpft sind, hat die Begleitgruppe an ihrer letzten Sitzung beschlossen, per 2017 den einzelbetrieblichen Plafond von CHF 180.- Franken pro Hektare auf CHF 210.- Franken pro Hektare anzuheben. Sollte das zur Verfügung stehende Budget trotzdem überzogen werden, so werden allen Beteiligten die Beiträge linear gekürzt, bis das Budget eingehalten ist. 

Um die von den Projekten festgelegten Projektziele besser zu erreichen, wurde ausserdem eine Reihe von wiederkehrenden Massnahmen bestimmt, welche auch bei erreichtem Plafond angemeldet werden können.

 Dies betrifft die folgenden Massnahmen:
ZH4Blühende Ackerbegleitflora in Hauptkulturen
ZH5Traditionelle Kulturen 
ZH17 Streue (nur Q1; nicht Schutzgebiet)
ZH20a Begrünte Rebberge mit Artenförderung
ZH22 Strukturreiche Reben
ZH23 Trockensteinmauern
ZH30a Waldrand, Unterhalt
ZH32 Hecken ohne BFF-Beiträge
ZH34 Kopfweidenreihen
ZH35 Baumgruppen und Haine aus Feldbäumen
ZH36a 

Einzelbaum, Pflege Laubbaum, Umfang Brusthöhe grösser als 180 cm

ZH40a Kleingewässer, Unterhalt
ZH41a vernässte Wiesengräben, Unterhalt
ZH43Zaunübergänge an Wanderwegen
ZH44 Zugängliche Aussichtspunkte

Beiträge

Beiträge werden für wiederkehrende und einmalige Massnahmen ausgerichtet. Wiederkehrende Massnahmen müssen ab der Verpflichtung bis zum Projektende ausgeführt werden. Einmalige Massnahmen sind beispielsweise Baumpflanzungen oder Initialpflege-Massnahmen.
Die jeweiligen Beitragsansätze sind im Massnahmenkatalog für jede Massnahme festgelegt. Je nach Landschaftstyp ist bei den wiederkehrenden Massnahmen zudem die Vergabe eines Bonus möglich. Dieser beträgt 25% des Beitragsansatzes. Für die Berechnung des Plafonds werden nur die wiederkehrenden Massnahmen (inkl. Bonusbetrag) berücksichtigt.

Kontrollen

Grundkontrolle: Auf allen angemeldeten Flächen  und Elementen wird innerhalb von 8 Jahren durch Agrocontrol eine Grundkontrolle betriebsweise durchgeführt. Geprüft wird, ob die Bewirtschaftungsanforderungen erfüllt und die Kontrollkriterien erreicht bzw. eingehalten werden.
Oberkontrolle des Kantons: Jährlich werden mindestens 1 % der angemeldeten Betriebe nach Zufallsprinzip, oder wenn frühere Mängel festgestellt wurden, durch den Kanton kontrolliert.

Sanktionen

In der DZV Art. 105 Abs 1 und im Anhang 8, Kap. 1.2 werden die Kürzungen allgemein bzw. für die LQB geregelt:
Erstmalige Kürzung: Die Voraussetzungen und Auflagen von Flächen und Elementen werden erstmals nicht vollständig erfüllt. Der massnahmenspezifische Beitrag des laufenden Jahres wird nicht ausbezahlt und derjenige des vergangenen Jahres zurückgefordert.
Wiederholungsfall: Wird nach einer erstmaligen Kürzung erneut eine Massnahme nicht korrekt umgesetzt, so wird einerseits der Beitrag für das laufende Jahr nicht ausbezahlt und andererseits werden alle im laufenden Projekt ausbezahlten Beiträge zurückgefordert. Die Kürzung betrifft nur jene Elemente/Massnahmen, die nicht vorschriftsgemäss umgesetzt wurden.