Bestand an Fruchtfolgeflächen im Kanton Zürich steht fest

12.01.2011 - Medienmitteilung

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Die Baudirektion hat mit Unterstützung der Gemeinden den Bestand an bestgeeignetem Ackerland – sogenannten Fruchtfolgeflächen – im Kanton Zürich überprüft. Es zeigt sich, dass der gemäss Sachplan des Bundes durch den Kanton Zürich zu sichernde Mindestumfang von 44‘400 Hektaren Fruchtfolgeflächen knapp nicht eingehalten werden kann. Der Erhalt der Fruchtfolgeflächen ist daher bei allen flächenverzehrenden Tätigkeiten stärker zu gewichten.

Gemäss Bundesgesetz über die Raumplanung (RPG) sorgen Bund, Kantone und Gemeinden für eine haushälterische Bodennutzung. Zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen sowie zur Sicherung einer ausreichenden Versorgungsbasis des Landes hat der Bundesrat 1992 im Sachplan Fruchtfolgeflächen (FFF) den gesamtschweizerischen Mindestumfang an FFF festgesetzt und deren Aufteilung auf die Kantone bestimmt. FFF umfassen das qualitativ bestgeeignete ackerfähige Kulturland. Auf den Kanton Zürich entfallen rund 10 Prozent oder 44'400 Hektaren der zu sichernden FFF der Schweiz.

Im kantonalen Richtplan hat der Kantonsrat mit Beschluss vom 31. Januar 1995 festgelegt, dass die FFF in der Richtplankarte dargestellt werden und flächenverzehrende, irreversible Nutzungen nur in sehr beschränktem Umfang und in der Regel nur bei Kompensation zulässig sind. Die Festlegungen des kantonalen Richtplans werden derzeit gesamthaft überprüft und angepasst. Im Bereich der FFF ist gemäss Raumplanungsbericht 2009 des Regierungsrates einerseits der Nachweis über den entsprechenden Mindestumfang zu erbringen. Anderseits sollen die Massnahmen zur dauerhaften Sicherung der FFF präzisiert werden.

Dazu hat die Baudirektion 2009 mit Unterstützung der Gemeinden kantonsweit  und gestützt auf die verfügbaren Grundlagen den Bestand der FFF im Feld überprüft. Der Kanton Zürich verfügt, anders als der Grossteil der übrigen Kantone, über eine kantonale Bodenkarte, welche alle relevanten naturwissenschaftlichen Angaben zu den Zürcher Böden enthält. Aufgrund dieser Angaben lassen sich die Böden bezüglich ihrer Eignung für die Landwirtschaft in zehn Nutzungseignungsklassen (NEK) einteilen. Böden der NEK 1 bis 5 können uneingeschränkt ackerbaulich genutzt werden und zählen somit zu den FFF. Auf Böden der NEK 6 ist zwar Ackerbau möglich – u.a. aufgrund des Bodenaufbaus, der Topografie oder des Wasserhaushalt sind diese Böden indessen nur bedingt dazu geeignet. Gegenwärtig sind Abklärungen mit dem Bund im Gange um festzulegen, in welchem Umfang solche Böden trotzdem an den Mindestumfang von FFF angerechnet werden können. Es zeichnet sich eine Anrechnung zu 50 Prozent ab.

Mindestumfang knapp nicht erfüllt

Nach Auswertung der rund 6‘500 Anpassungen, welche sich nach der Überprüfung im Feld sowie aufgrund des Abgleichs mit sämtlichen verfügbaren Angaben zu bereits bestehenden Bauten ergaben, sind im Kanton Zürich 39‘210 Hektaren Boden der NEK 1 bis 5 und 10‘270 Hektaren Boden der NEK 6 vorhanden. Wenn der Bund, wie erwartet, einer Anrechnung der Böden der NEK 6 zu 50 Prozent zustimmt, ergibt dies somit einen Bestand an rund 44‘350 Hektaren. Es zeigt sich also, dass der Kanton Zürich den im Sachplan FFF vorgegebenen Mindestumfang selbst unter Miteinrechnung bedingt geeigneter FFF knapp nicht erfüllen kann.

Erhalt der besten Ackerböden hat hohe Priorität

Für die Umsetzung des Sachplans FFF im Kanton Zürich bedeutet dies, dass der bereits im kantonalen Richtplan von 1995 verankerte sorgsame Umgang mit den Fruchtfolgeflächen noch konsequenter umgesetzt werden muss. Im Rahmen der Gesamtüberprüfung des kantonalen Richtplans sollen alle Böden der NEK 1 bis 6 als Fruchtfolgefläche dargestellt werden. Zudem soll die Beanspruchung von Fruchtfolgeflächen, soweit sie nach den Bestimmungen von Bund und Kanton überhaupt zulässig ist, künftig grundsätzlich zu einer Kompensationspflicht führen. Dies bedeutet, dass mit dem auf der Eingriffsfläche anfallenden Bodenmaterial anderorts heute bereits beeinträchtigte Böden (sogenannte anthropogene Böden) qualitativ so aufzuwerten sind, dass sie als FFF angerechnet werden können. Mit diesem Vorgehen setzt sich der Kanton Zürich im gesamtschweizerischen Vergleich an vorderster Front für den Erhalt der besten Ackerböden ein. Der Kanton Zürich will als einer der vier grössten Ackerbaukantone der Schweiz auch weiterhin seine Verantwortung wahrnehmen und einen wesentlichen Beitrag zur Produktion von hochwertigen Nahrungsmitteln leisten.

(Medienmitteilung der Baudirektion)

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